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Auszug aus "Wie Sie alte Wunden allein heilen und neue Kraft schöpfen. Familienaufstellung ohne Stellvertreter. Ein Selbsthilfebuch mit CD"

Selbstsabotage im Beruf
Insbesondere Blockaden und Schwierigkeiten auf dem Weg zum beruflichen Erfolg werden oft verständlicher, wenn jemand zu seiner Familie schaut. Da gibt es die Selbstsabotage des eigenen beruflichen Erfolgs. Es ist, wie wenn eine geheime Handbremse angezogen wäre. Die bremst - da kann der Motor noch so laut heulen.
Regelmäßig erkennt jemand zunächst nicht den eigenen Beitrag. Es lassen sich immer Gründe finden, die Scheitern erklären. Vielleicht ist es die ständige Pecksträhne. Oder neidische Kollegen verhindern das, was einem eigentlich zusteht. Oder die Vorgesetzten sind blind oder ungerecht. Es dauert eine Zeit, bis jemand zu der Schlussfolgerung kommt, dass es die eigenen Reaktionen und das eigenen Verhalten sind, die angestrebte Ziele eher verhindern statt sie zu fördern.
Woher kommt diese Neigung zur Selbstsabotage? Aus der schon erwähnten unbewussten Loyalität zur Familie, dem „Apfel-Faktor“. In der Tiefe sind Familienmitglieder liebevoll verbunden. Wenn ein früheres Familienmitglied in seiner beruflichen Tätigkeit unglücklich war, dann wirkt das weiter. Da gibt es dann bisweilen jemand später, der hier nachfolgt, der den anderen in der Erfolglosigkeit nicht allein lassen will. Der geheime Wunsch, die Verbindung aufrechtzuerhalten, ist manchmal so groß sein, dass jemand sich blockiert, nur um nicht anders zu sein.
Wenn Sie selbst den Eindruck haben, dass Sie Ihren beruflichen Erfolg sabotieren, dann ist die erste Frage: Gibt es jemand in Ihrer Familie, der beruflich gescheitert ist? Das können Vater oder Mutter sein, auch Großeltern oder auch ein Onkel oder eine Tante. Wenn Ihnen spontan jemand einfällt, dann mag es tatsächlich eine bisher nicht wahrgenommene Verbindung von Ihnen mit diesem Familienmitglied geben.
Sie können das in der nächsten Übung überprüfen.

  • Übung 53: Geheime Loyalitäten zu beruflichem Misserfolg auflösen
    Stellen Sie sich diesen Vorfahren vor. Schauen Sie ihm in die Augen und lassen Sie sich Zeit, eine mögliche Verbindung wahrzunehmen …. Entdecken Sie dabei etwas von dem Leid und Unglück, dass diese Person trägt.
    Dann benennen Sie möglichst konkret, was diese Person erlebt hat. Zum Beispiel: „Du bist beruflich gescheitert.“ Oder: „Du bist bankrott gegangen.“ Oder: „Du hast das ganze Geld der Familie verspielt.“
    Nach einer kleinen Pause fügen Sie an: „Ich mache es ähnlich wie du.“ (Wenn keine Zustimmung kommt, brechen Sie hier ab.)
    Wenn eine innere Zustimmung kommt, dann haben Sie eine wichtige Verbindung entdeckt. Fahren Sie fort:
    „Ich achte dich und dieses dein Schicksal.“
    Verneigen Sie sich.
    „Bitte schau freundlich auf mich, wenn ich beruflich Erfolg habe.“
    Schauen Sie zu dem Vorfahren, wie er Sie jetzt ansieht. Lassen Sie zu, dass von ihm jetzt Wohlwollen und Unterstützung zu Ihnen fließt ….

Durch die Achtung wandeln Sie eine vorherige unbewusste blinde Loyalität zum Unglück in eine freundliche Verbindung um. Aus dem Vorfahren, der vorher zum Misserfolg angezogen hat, kommt jetzt Kraft, den eigenen beruflichen Weg erfolgreich zu gehen.
Konflikte am Arbeitsplatz gehören dazu. Kollegen haben unterschiedliche Auffassungen und solche Meinungsverschiedenheiten sind ein Teil des Arbeitslebens. Dann gibt es Konflikte, die sich verhärten und immer emotionaler werden bis hin zu Kontaktabbruch und persönlichen Feindschaften. Diese vergiften das Betriebsklima und behindern eine produktive Arbeit.
Oft werden solche Konflikte gespeist von alten Emotionen aus Kindheit und Familie. Für die Erforschung eines solchen Konflikts dient die nächste Übung. (Es ist hilfreich, wenn Sie die Übung tatsächlich im Stehen machen.)

  • Übung 54: In Konflikten aktuelle Gefühle von alten Gefühlen trennen
    Suchen Sie sich einen ruhigen Platz. Erinnern Sie sich an die Entstehung des Konflikts und wie er sich dann fortsetzte.
    Stellen Sie sich die für Sie wichtigsten beteiligten Personen vor. Finden Sie einen guten Abstand.
    Welche Urteile fällen Sie über sie? Spüren Sie genau nach, welche Gefühle die Person oder das Verhalten des anderen auslöst.
    Jetzt drehen Sie sich um und schauen in die entgegengesetzte Richtung nach hinten. Stellen Sie sich vor, dass Sie zu Ihrer Vergangenheit, zu Ihrer Kindheit und zu Ihrer Familie schauen. Sie müssen dabei nichts oder niemand konkret sehen. Sie spüren nur hin, ob Ihnen das Gefühl aus dem Konflikt auch hier bekannt ist. Lassen Sie sich ein paar Augenblicke Zeit ….
    Dann drehen Sie sich wieder um und schauen erneut zu Ihren Konfliktpartnern.
    Was ist anders?
    Geben Sie sich innerlich Raum zu unterscheiden zwischen dem, was aus der fernen Vergangenheit kommt und dem, was jetzt aktuell ist ….

Es ist normal, dass immer wieder Themen und Gefühle aus der Kindheit und aus der Familie auftauchen, ohne dass sie gleich als solche erkannt werden. Dabei sind sie sind von außen her leicht wahrnehmbar. Diese Gefühle sind besonders heftig und „eigentlich“ der Situation nicht angemessen. Sie haben regelmäßig in der Kindheit oder in der Familie ihre Wurzel haben. Freunde oder Partner haben ein feines Gespür dafür, wann jemand angemessen reagiert und wann er sich „in einem alten Film“ befindet.
Lernen Sie immer mehr zu unterscheiden! Wenn Sie selbst klarer sind, machen Sie es auch Ihrem Gegenüber einfacher, erwachsen zu bleiben und sich nicht in seine alten Themen zu verstricken.

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